Waschmittel – Wundermittel für weiße Wäsche

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Eine Frau hält ein weißes Laken über ihr Gesicht
Waschmittel halten unsere Wäsche frisch und rein. Dafür sorgt eine muntere Mischung aus Tensiden, Enzymen und einer Menge anderer kleiner, fleißiger Helfer.

Ganz klar: Die »Schwerstarbeit« bei der Reinigung übernehmen Tenside. »Sie sind der waschaktive Hauptbestandteil in Waschmitteln und sorgen für eine Benetzung des Gewebes mit der Waschlauge, lösen den Schmutz und verhindern, dass er sich wieder auf den Fasern ablagert«, erklärt Dr. Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. Wenn Tenside allerdings nicht alle Flecken entfernen können, müssten Bleichmittel her: »Sie beseitigen nicht auswaschbare, farbige Verschmutzungen, zum Beispiel von Früchten, Wein oder Blut«, weiß der Fachmann. Der Hintergrund: Bleichmittel setzen Sauerstoff frei und zerstören die Farbstoffe durch ihre oxidierende Wirkung. »Zudem reduzieren sie bereits beim Waschen ab 40 Grad deutlich die Keimzahl und wirken daher auch gegen schlechte Gerüche«, ergänzt Dr. Bernd Glassl.

 

Fakt: In Deutschland werden jährlich circa 630.000 Tonnen Waschmittel verbraucht. Umgerechnet verpulvert jeder Einwohner fast 8 Kilogramm Waschmittel im Jahr. 

 

Color- und Feinwaschmittel enthalten keine Bleichmittel, da sonst empfindliche Fasern und Farben angegriffen würden. Derweil sorgen in allen Pulverwaschmitteln Wasserenthärter für weiches Wasser. Mit ihnen können die Tenside ihre Wirksamkeit besser entfalten. »Außerdem verhindern die Enthärter Kalkablagerungen in der Waschmaschine. Wer zusätzlich Wasserenthärter verwendet, kann dann das Waschmittel für weiches Wasser dosieren«, sagt Dr. Bernd Glassl.

Keine Angst vor hartnäckigen Flecken

Für die Entfernung von eiweiß- und stärkehaltigen Flecken sind Enzyme zuständig: »Enzyme wirken schon in sehr geringen Mengen, insbesondere bei niedrigen Temperaturen. Sie reagieren nur mit bestimmten Verschmutzungen und zerlegen diese in kleine lösliche Teile«, so Dr. Bernd Glassl. »Man unterscheidet deshalb verschiedene Enzymtypen: Amylasen lösen kohlenhydrathaltige Verschmutzungen wie Bratensoße, Proteasen entfernen eiweißhaltige Verunreinigungen wie Blut oder Kakao. Lipasen spalten fetthaltige Flecken, indem sie die Fettverschmutzung anlösen und in Kombination mit den Tensiden vom Textil abtragen«.

Dank Waschalkalien (zum Beispiel Soda) erhöht sich der pH Wert der Waschlauge: »Die Fasern quellen dadurch besser auf und der Schmutz lässt sich leichter ablösen«. Hilfreich seien auch sogenannte Schmutzträger. Der abgelöste Schmutz werde in der Waschlauge gehalten und könne sich so nicht wieder auf die Wäsche legen. »Farbübertragungsinhibitoren vermindern die Übertragung abgelöster Farbpartikel im Waschprozess. Das Risiko von Verfärbungen wird so verringert. Zusätzlich geben Duftstoffe der gewaschenen Wäsche und dem Waschmittel den allseits bekannten angenehmen Duft«, fügt Dr. Bernd Glassl hinzu.

 

Fakt: In den 1950er-Jahren beinhalteten Waschmittel Tenside, die nur schwer biologisch abbaubar waren. Das führte teilweise zu extremer Schaumbildung in Klärwerken und Gewässern. Daher müssen seit 1964 in Deutschland Tenside zu mindestens 80 Prozent biologisch abbaubar sein.

 

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Strahlend weiß

Und wie bleibt meine Wäsche strahlend weiß? »Vollwaschmittel enthalten optische Aufheller«, sagt Dr. Bernd Glassl. »Diese fluoreszierenden Stoffe lassen helle Wäsche weißer erscheinen.« Sie entfalten ihre Wirkung allerdings erst, wenn sie nach dem Waschen auf der Faser bleiben. Die Moleküle des Aufhellers müssen deshalb auf die jeweilige Faser abgestimmt sein. »Da optische Aufheller bei Buntwäsche die Farben verändern können, fehlen sie in Color- und Feinwaschmitteln«.

Für Diskussion sorgen immer wieder sogenannte Rieselsalze, wie Natriumsulfat, die den Waschpulvern beigemischt werden. Sie verhindern, dass das Pulver verklumpt – so kann es besser dosiert werden. »Pulver im Großkarton bestehen bis zu 50 Prozent aus Füllstoffen ohne Waschwirkung. Oft enthalten sie auch weniger schmutzlösende Substanzen«, so die Stiftung Warentest in einer Pressemitteilung (09/2016). Kompaktpulver hingegen enthalten weniger Rieselsalze – die Wirkstoffe sind hier also konzentrierter vorhanden.

 

Pulver- oder Flüssigwaschmittel?

»Gegen intensiv farbige Flecken können Pulverwaschmittel überzeugen, denn den flüssigen Voll- und Universalwaschmitteln fehlen die Bleichmittel. Sie wirken somit schwächer gegen hartnäckige Flecken«, erklärt Dr. Bernd Glassl. Auch das Umweltbundesamt rät zu kompakten Pulvern, da sie im Gegensatz zu Flüssigwaschmitteln weniger Tenside enthalten und so Kläranlagen und Gewässer schonen.

 

Waschmittel: Aller guten Dinge sind drei

Die Auswahl an Waschmitteln scheint unbegrenzt. Für den normalen Waschalltag reichen jedoch meist drei verschiedene Produkte:

 

Voll- oder Universalwaschmittel

Sie lösen in Form von Pulver, Granulat oder Tabletten Flecken besonders gut und glätten die Faseroberflächen. Da sie Bleichmittel und optische Aufheller enthalten, sind sie für alle weißen und farbechten Textilien aus Baumwolle, Leinen und Mischgewebe bei allen Waschtemperaturen geeignet. Flüssige Voll- oder Universalwaschmittel enthalten keine Bleichmittel und wirken daher schwächer gegen Flecken.

 

Color- oder Buntwaschmittel

Sie enthalten keine Bleichmittel und keine optischen Aufheller, dafür aber spezielle Farbübertragungsinhibitoren. Sie eignen sich daher besonders gut für eine farbschonende Reinigung von bunten Textilien aus Baumwolle, Leinen und Mischgewebe bis 60 °C.

 

Fein- und Wollwaschmittel

Sie enthalten keine Bleichmittel und nur bestimmte Enzyme, um die empfindlichen Textilien zu schonen. Durch spezielle Tenside wird ein feinporiger Schaum erzeugt, und die enthaltenen Pflegekomponenten bieten einen besonderen Faser- und Farbschutz. Im Handwaschgang reinigt das Wollwaschmittel Seide, Wolle und Daunen.

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