Wie viel kostet mich ein eigenes Kind?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Priscilla Du Preez auf Unsplash
Wie viel kostet mich ein eigenes Kind?
Für die meisten werdenden Eltern gibt es kaum ein überwältigenderes Gefühl, als zu wissen, dass das lang ersehnte Wunschkind auf dem Weg ist. Was die Vorfreude ganz sicher nicht trüben kann, aber dennoch nicht wegzudenken ist: Mit der Familienplanung steht uns auch eine kostenintensive Zeit bevor. Doch, wie viel kostet mich eigentlich ein eigenes Kind?

Vor allem das erste Mal Mutter oder Vater werden, bedeutet für die meisten Menschen so etwas wie das größte Glück überhaupt. Doch egal, ob alternative Lebensgemeinschaften, Single-Moms oder die klassische Familienkonstellation: Kinder kosten Geld – viel Geld! Wo man sich zu Beginn, vor allem für die ersten Monate und Jahre, auf viele Geschenke oder Leihgaben von Freunden und Familienmitgliedern verlassen kann, wird Eltern das Sparen spätestens ab dem Schuleintritt von Jahr zu Jahr schwerer gemacht.

BIS ZUR VOLLJÄHRIGKEIT WERDEN BIS ZU 215.000 EURO FÄLLIG

Mit welchen Ausgaben in etwa zu rechnen ist, zeigen die Zahlen, die das statische Bundesamt regelmäßig erhebt. Bis zum 6. Lebensjahr geben Eltern etwa 6.000 Euro pro Jahr für den Nachwuchs aus. Darunter fallen laufende Kosten, wie Nahrung, Kleidung, Möbel, Freizeit oder Spielzeug. Die Erstausstattung sowie Betreuungskosten werden aber auch noch extra berechnet. Doch keine Panik! In vielen Fällen sind Familienmitglieder und Freunde direkt nach Bekanntgabe der Schwangerschaft liebend gern dazu bereit, sich an den ersten Anschaffungen zu beteiligen. Bedenkt man, wie lange ein Baby wirklich in Kinderwagen, Bodys und Co. passt, ist ein Blick in Second Hand Läden oder den Kleiderschrank der Freunde mit älteren Kindern ebenfalls nachhaltiger und günstig.

Und jetzt wird es spannend, denn wie bei jedem Menschen, werden auch bei Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren die Ansprüche mit jedem Jahr größer. Spielzeug, Klamotten, Medien – auch wenn es nicht immer das Neuste vom Neusten sein muss – können sich Eltern auf jährliche Ausgaben von bis zu 7.000 Euro einstellen. Betreuungskosten für Hort oder Ferienangebote sind auch an dieser Stelle noch nicht mit einberechnet, werden aber auch staatlich unterstützt.

Nach dem zwölften Lebensjahr müssen Eltern sich nicht nur auf die Pubertät, sondern auch auf weiter steigende Ausgaben gefasst machen. Bis zum 18. Lebensjahr belaufen sich die jährlichen Kosten auf etwa 8.500 Euro. Essen, Kleidung, Taschengeld und das eigene Handy sind Posten, die einen besonders großen Part einnehmen.

Hat das Kind die Volljährigkeit erreicht, landen Eltern am Ende, ohne Berücksichtigung des Kindergeldes, bei etwa 215.000 Euro. Die Kindergeldbeiträge liegen aktuell (Stand Januar 2018) für das erste und zweite Kind bei 194 Euro. Für das Dritte gibt es 200 Euro und ab vier Kindern 225 Euro. Vorausgesetzt die Zahlung läuft bis zum 25. Lebensjahr, bekommen Eltern mit einem Kind unterstützend insgesamt 58.200 Euro zusätzlich. Eine Summe, die natürlich keinen großen Ausgleich schafft, aber dennoch unglaublich hilfreich sein kann.

KIND ZWEI UND DREI WERDEN GÜNSTIGER

Wer jetzt völlig panisch nach Luft schnappt, den möchten wir an dieser Stelle beruhigen. Das statistische Bundesamt hat auch gute Nachrichten – vor allem für Diejenigen, die sich eigentlich schon immer mehr als ein Kind gewünscht haben. Denn je mehr Kinder in einem Haushalt leben, desto geringer sind die durchschnittlichen Kosten. Da die Grundausstattung zumindest in Teilen vom ersten Kind übernommen werden kann, kommt es am Ende zu einer beachtlichen Ersparnis. Während Eltern in den ersten Jahren etwa 500 Euro im Ein-Kind-Haushalt ausgeben, liegen die Kosten für beide Kids nur noch bei ungefähr 430 Euro. Zwillinge sind von dieser Rechnung natürlich ausgeschlossen.

Die Modellrechnung des Statastischen Bundesamtes umfasst – wie erwähnt – nur die Konsumausgaben. Vorsorge- und Versicherungskosten sowie ein eventuell später anstehendes Studium, inklusive Wohnung und Auto sind noch nicht einberechnet. Trotz alledem sind das keine Gründe, um direkt den Kopf in den Sand zu stecken. Wer stets realistisch an das Thema herantritt und sich darüber hinaus unter anderem über staatliche Hilfe informiert, wird auch weder mittel- noch langfristig am Hungertuch nagen.

Welche Möglichkeiten es im Einzelnen gibt, erfahrt ihr hier: Finanzierungsplan Kind – So können staatliche Hilfen die Kosten senken 

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Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

10 Kommentare

Till
#10 — vor 1 Monat 2 Wochen
Ich versteh’s nicht.
Klar, kosten Kinder Geld, aber die Überlegung Kind oder nicht ist davon völlig entkoppelt. Die Frage ist, will ich oder nicht.Einen optimalen Zeitpunkt gibt es m.E. nicht eine optimale Finanzastattung auch nicht. Allerdings kann man auch eine Wohlstandsverwahrlosung in materieller und ideeller Hinsicht beobachten. Es ist schwer, hart, entbehrungreich, nervig undwasweissichnichtalles, aber und da war ich noch kein Elternteil, mit allen im Sommer träge unter einem Baum zu sitzen und ein Eis zu essen war einfach schön. Das zu erleben verlangt seine Komfortzone zu verlassen. Ausserdem, was will ich mit drei Eigentumswohnungen, kann eh nur in einer leben.
Fabritz senj.
#9 — vor 3 Monaten 2 Wochen
Habe mit meiner Frau 4 Kinder groß gezogen,haben von Anfang an uns nie Gedanken gemacht was sie kosten oder kosten werden,aber in dieser zwangsläufig durch ausferndes Unternehmertum,mit nicht mehr voll kriegenden Hals an Geld und Macht,hat der Metreialissmuß seine Höhepunkt erreicht,und er wird erst wieder gesunden,so traurig wie es ist,und das seit Menschengedenken,wenn anhaltenede Katastrophen und KRiege die Menschheit dazu zwingen.
Zärtlichkeit wird mit Geschenken honoriert,Mißwirtschaft in vielen Ländern mit materiellen Spenden von Geberländern aber das echte Mitgefühl und aktive Teilhabe wird unterdrückt da nur von wenigen Eltern vorgelebt.
Daher Eltern werden ohne Vorgaben und Zukunftsangst,optimistisch leben und Gutes den Kindern vorleben und das über zukünftige Generationen hinweg,dann werden wir wieder eine lebenswerte Gesellschaft haben....!
D.U.M.M.
#8 — vor 4 Monaten 2 Wochen
Statistisches Bundesamt :-)

Ich traue keiner Statiskik die ich nicht selber gefaelscht habe.

Habe 4 Kinder und verdiene in 18 Jahren gerade mal knapp unter einer Million. Muesste also laengst Pleite sein...
AnGer
#7 — vor 5 Monaten 2 Wochen
Kinder mit Geld aufrechnen, das ist ......
Susanne
#6 — vor 6 Monaten 1 Woche
Wobei das Kindergeld bis 25 Jahre gerechnet wurde und die Kosten nur bis 18..... ;-)
Aber ich finde diese »Rechnung« auch sehr unwürdig! Meine Kinder sind das Wertvollste was ich habe! Das kann man nicht in Geldwert ausdrücken!!
Matheheld
#5 — vor 6 Monaten 3 Wochen
6x6000€ + 6x7000€ + 6*8500€ = 129.000€
Fast das selbe wie 215.000€

Mathehelden bei der Arbeit...

Zieht man von den 129.000 die 58.000€ ab bleiben etwa 330€ Kosten je Monat.
Das ist natürlich auch Geld, aber wenn man will...
Sharona
#4 — vor 7 Monaten 2 Wochen
da stimme ich dir zu!
carmen ceder
#3 — vor 7 Monaten 2 Wochen
Meine Kinder sind jedenfalls mehr wert als all diese Kosten und das sagt doch wohl jede Mutter und Vater
Andre Kern
#2 — vor 7 Monaten 3 Wochen
Was ist eigentlich mit Kosten für größeren Wohnraum, den Kinder benötigen? Ist das bei der Rechnung auch schon berücksichtigt worden?
Stefan Meier
#1 — vor 11 Monaten 4 Wochen
Und was erst ein Auto kostet. 25.000 EUR in der Anschaffung. Dann will es in regelmäßigen Abständen gefüttert, sauber gemacht werden. Ab und zu muss es zum Arzt. Puh da kommen dann im Laufe des Lebens doch einige Kosten zusammen. Wenn bei einem Kind eine wirtschaftliche Betrachtung wie bei einem Auto durchführt, sollte sich ganz schnell in eine Anstalt einweisen lassen. Da stimmt dann irgendetwas nicht.

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