Japanisches Geschenke-Einpacken im Test

Words by Annekathrin Walther
Frau kniet auf dem Boden und strafft den Knoten an einem Geschenk in einem Stofftuch
Unser Artikel über Japanische Geschenkkultur hat uns inspiriert: Die tollen Einpackmethoden sahen verführerisch aus, also haben wir uns der Herausforderung gestellt und zwei von ihnen für euch ausprobiert.

Geschenke-Einpacken gehört zu Weihnachten einfach dazu. Obwohl dabei jede irgendwie ihre eigene Technik hat, haben sich bestimmte Methoden etabliert. Ein Blick nach Japan zeigt jedoch, dass man es auch anders machen kann. Wir haben zwei Varianten für euch ausprobiert: Zuerst eine Falttechnik mit Geschenkpapier, wie sie in japanischen Kaufhäusern praktiziert wird. Und dann eine ganz besondere Methode mit Stofftüchern, die in Japan Furoshiki genannt werden. 

Einpacktechnik mit Papier

Frau zeichnet mithilfe eines Buches eine Linie auf Geschenkpapier
Richtiges Ausmessen erleichtert später das Falten

 

Unsere Erfahrung

In der Praxis war das Falten fummeliger als gedacht: Ein Päckchen mit perfekt parallel verlaufenden Kanten haben wir bis zum Schluss nicht wirklich hingekriegt. Gefühlt brauchte es mindestens vier Hände, um das Papier entsprechend festzuhalten und auszurichten. Dass es angeblich in unter 30 Sekunden machbar sein soll, fanden wir erstmal unrealistisch. Wir haben für ein Paket eher eine halbe Stunde gebraucht. Aber hier gilt sicher: Übung macht die Meisterin. Was recht schnell ganz gut klappte, war das Falten ohne viel Klebestreifen. Ein Tipp, den wir geben können: Nehmt euch für den allerersten Schritt Zeit. Ist das Papier richtig ausgemessen und das Geschenk richtig auf dem Bogen platziert, steigen die Chancen, dass auch das Falten funktioniert. 

 

Nahaufnahme von einem in Papier verpackten Buch mit Lücke in der Verpackung
Der Falz sollte parallel zum Buch verlaufen. Hat hier leider nicht ganz geklappt…

 

Fazit

Wenn ihr es eilig habt und schon eine Verpackungsmethode kennt, die optimal funktioniert: Bleibt dabei. Für alle, die etwas Neues ausprobieren wollen und deren Frustrationsgrenze selbst unmittelbar vor den Feiertagen noch hoch ist, ist die Technik super zum Ausprobieren. Mit schönem Papier, etwas Zeit und der richtigen Playlist kann man sehr schicke Päckchen hinbekommen. Getröstet hat uns, dass selbst die Päckchen, bei denen das Falten etwas misslungen war, am Ende ziemlich hübsch aussahen und wir sie mit einem guten Gefühl unter den Baum legen können. 

 

Rosa-Goldenes Geschenkpapier um ein Buch gewickelt
Unser bestes Ergebnis. Wie man sieht, verläuft der Falz auf der rechten Seite auch nicht ganz exakt. Wir waren aber trotzdem zufrieden.

 

Verpacken mit Furoshiki-Tüchern

 

 

 

Furoshiki bezeichnet auf Japanisch ganz einfach ein quadratisches Tuch. Das Einpacken von Geschenken in solche Tücher hat in Japan eine lange Tradition. Im Grunde kann man bei dieser Methode eher von Einwickeln sprechen. Was wir von Anfang an toll fanden: Das Verpacken sah supereinfach aus. Und außer dem Tuch braucht man nichts. Die Enden werden verknotet, das war’s. Kein Klebestreifen, kein Geschenkband. 

 

Frau kniet auf dem Boden und schließt einen Knoten um ein in Stoff eingewickeltes Buch
Einpacken mit Furoshiki – wir waren begeistert.

 

Unsere Erfahrung

Das Einwickeln der Geschenke ins Tuch ist tatsächlich so einfach, wie es im Video aussieht. Es sind sehr wenige Handgriffe, die allesamt leicht nachzuvollziehen sind. Wichtig ist, dass man ein quadratisches Tuch verwendet. Zum Test haben wir es auch mit einem Tuch probiert, das eine eher rechteckige Form hatte, und das ging daneben. Außerdem toll: Während das Einpacken mit Papier sich vor allem für Boxen, Bücher und andere feste, paketartige Geschenke eignet, kann man in ein Tuch im Grunde alles einwickeln, unter anderem auch Flaschen. 

 

 

Fazit

Das Verpacken mit einem Furoshiki hat uns insgesamt begeistert. Die Methode ist simpel, flexibel und geht schnell. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, versucht man es einfach nochmal, muss aber nichts wegschmeißen. Überhaupt hat es uns die Nachhaltigkeit besonders angetan: Die Tücher kann man auf unterschiedliche Art wiederverwerten, zum Beispiel als Halstuch, als Tasche und natürlich wiederum als Geschenkverpackung. Je nachdem, wie hochwertig das Tuch ist, für das man sich entscheidet, ist die Verpackung noch einmal ein Extra-Geschenk. 

 

 

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Annekathrin Walther

Redakteurin

Annekathrin Walther spielt mit Text seit ihr Lesen und Schreiben möglich ist. Auf ihr Studium der LIteraturwissenschaft folgten Exkursionen ins Stadttheater und den Buchhandel. Seit 2013 liegt sie als Freiberuflerin vor Anker und schreibt als solche für Theater, Audio und Internet.

1 Kommentar

adrian
#1 — vor 3 Wochen 6 Tage
servus,
wie unnötig ist beispiel 1 denn? des beispielvideo zeigt komisches gefalte und am ende auch nicht wirklich hübscher als normal eingepackt. die letzte schräge falte kann ich auch einfacher hinkriegen mit deutlich weniger papier und damit müll für so ein kleines präsent.
ich dachte, man spart sich mit ner speziellen technik den tesa, aber nichtmal des ist der fall.
durchgefallen.

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