Smart Living: Ein Trend fördert neue Berufsbilder

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Alex Knight auf Unsplash
Smart Living fordert neue Berufsfelder
Mehr Wohnkomfort, mehr Sicherheit und eine höhere Energieeffizienz: All das beschreibt ein modernes »intelligentes Zuhause«. Smart Living findet bereits in vielen Haushalten statt und fördert darüber hinaus einen Wandel und die Neuausrichtung bestehender Berufsbilder.

Die rasant voranschreitende Digitalisierung hat uns in den letzten Jahren einen großen Fortschritt gebracht. Dieser breitet sich nun zunehmend auch in immer mehr Haushalten aus und geht weit über die Ansteuerung von Fernseher und Bluetooth-Boxen mit Hilfe des Smartphones hinaus.

Smart Living: Es braucht nur einen Klick

Wer das eigene Haus oder die Wohnung intelligent gestalten möchte, hat aktuell die Möglichkeit, alle Beleuchtungen, Steckdosen, Türschlösser, Bewegungsmelder, Überwachungskameras, Jalousien und Lüftungen oder auch den Kühlschrank, den Herd, die Waschmaschine, den Staubsaugerroboter und vieles mehr zu vernetzen und vom Sofa oder von unterwegs aus zu steuern. Bei all diesen Annehmlichkeiten sollte aber auch die Sicherheit nicht außer Acht gelassen werden. Diese spielt beim Smart Home immer wieder eine große Rolle. Dort, wo sich Türen mit nur einem Klick öffnen lassen, gibt es auch ein hohes Missbrauchsrisiko. Hacker könnten in die Systeme gelangen und sich so Zugang zum Haus verschaffen.

Wirtschaftsinitiative Smart Living schafft zukunftsweisende Strategien

Um dies zu verhindern und um die Technologien stetig weiter ausbauen und voranbringen zu können, wurde im März 2017 die Wirtschaftsinitiative Smart Living ins Leben gerufen. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) beauftragte bundesweite Netzwerk sieht sich dabei in der Pflicht, zukunftsweisende Strategien für einen deutschen Smart-Living-Leitmarkt zu entwickeln. Doch es braucht noch viel mehr. Denn was tun, wenn die Waschmaschine plötzlich nicht mehr zu bedienen ist oder die Tür verschlossen bleibt, weil die dazugehörige App nicht funktionieren will?

Neue Berufsbilder braucht das Land

Neue Berufsfelder sind die Lösung:

»Nicht nur neue Technologien und Systeme, sondern insbesondere auch die veränderten Wünsche und Erwartungen auf Kundenseite machen es notwendig, dass Themen wie Smart Home und Smart Living Teil der Aus- und Weiterbildung in den Gewerken Elektrotechnik und SHK (Sanitär, Heizung und Klimatechnik) werden. Intelligente Gebäudeautomationslösungen erfordern zudem gewerkeübergreifende Kompetenzen von den Fachkräften, um die Funktionen zur Zufriedenheit der Kunden realisieren zu können. In der Qualifizierung zur ›Fachkraft für intelligente Gebäudetechnologien‹ werden diese Kompetenzen zum Beispiel vermittelt«, so Dr. Maribel Illig, Geschäftsführerin der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld und Leiterin der Abteilung des Berufsbildungszentrums.

Künftig werden also branchenübergreifende Kooperationen sowie die Förderung von Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen nicht nur für völlig neue Berufsfelder sorgen, sondern auch dazu beitragen, dass Smart Living in der Gesellschaft noch einen deutlich höheren Stellenwert einnehmen und damit hoffentlich auch die angestrebten Ziele (mehr Wohnkomfort, mehr Sicherheit und eine höhere Energieeffizienz) zu 100 Prozent erfüllen kann.

Share:

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

Kommentieren